12 July 2008

Iwano-Frankiwsk - Fragmente (4.767 km)

(Iwano-Frankiwsk, 12.07.08) In Iwano-Frankiwsk, dem ehemaligen Stanislau, das seinen Namen dem ukrainischen Dichter und Schriftsteller Iwan Franko verdankt, stößt man überall auf die neuen Reichen, die ihren Wohlstand ungeniert zur Schau stellen; dies ist hier nicht anders als in Moskau oder anderen russischen und ukrainischen Städten.


Wie auch in Czernowitz, ist der gut erhaltene historische Stadtkern im österreichisch-ungarischen Baustil von einem Plattenbaugürtel aus der Sowjetzeit umgeben.


Dennoch gibt es auch noch andere Spuren der sowjetischen Vergangenheit, wie zum Beispiel das Alte Rathaus aus dem Jahr 1927 oder die Grabmale verdienter Parteigenossen auf dem Friedhof beweisen.



Anders sieht es auf dem jüdischen Friedhof aus. Rundherum erstreckt sich eine massive Mauer, mit Spendengeldern aus Israel und den USA errichtet. Aber was umschließt diese Mauer? Nur noch wenige Grabsteine und Monumente. Stattdessen sehen wir diesseits und jenseits der Mauer zerbrochene Grabsteine, unfreiwillige Symbole für das jüdische Leben im ehemaligen Stanislau.

(GPS N 48°54'57.5" E 24°41'04.5" )

Dennoch erwacht ein jüdisches Leben im neuen Iwano-Frankiwsk. Die Synagoge im Stadtzentrum, die - ebenso wie diejenige in Czernowitz - in der Sowjetzeit als Kino diente, wird aufwendig restauriert.



Nur stellt sich die Frage, für wen? Schließlich sind fast alle Juden aus dieser Region bestialisch ermordet worden, wie ihr in meinem Bericht über die Stadt Rogatin noch erfahren werdet.

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