06 November 2007

Kunst und Kultur satt!

(Sibiu-Russe-Bukarest, 31.10.07 - 06.11.07) Als Europäische Kulturhauptstadt 2007 hat sich Sibiu, eine der bedeutenden Städte in Transsilvanien herausgeputzt. Selbst die Kanaldeckel sind neu, repräsentativ und aus Italien importiert.

Der Tourismus boomt, die Restaurants sind international, gut und teuer, wie z. B. das von dem Schweizer Max Schweizer betriebene

Der Geigenbauer in der Bottega d'Arte arbeitet bis tief in die Nacht, um mit der gestiegenen Nachfrage Schritt zu halten

und das Völkerkundemuseum ASTRA, das größte im Freien befindliche Museum Europas, erblüht im Glanz eines sonnigen Herbsttages.

Von Sibiu geht es weiter in das bulgarische Russe, dem kulturellen Zentrum Nordbulgariens. Ohne EU-Fördermittel blättert der Putz von den schönen Fassaden. Die Stadt hat aber Charme und zieht damit und mit günstigen Preisen zahlreiche Rumänen aus der Grenzregion an.

Zurück in Bukarest, geht es - passend zu einer europäischen Hauptstadt - hektischer zu. Der Verkehr kommt nie zum Erliegen und rauscht auch an der neuen Galerie 115 vorbei.

91 Künstler aus 34 Ländern präsentieren digitale Kunst und jedes Werk hat eine limitierte Auflage von 115 Exemplaren. Die Galerie 115 ist die 115. Kunstgalerie in Bukarest und die Adresse lautet - na, wie denn wohl? Natürlich: Mihai Eminescu Straße 115! Die Galeristin versichert, "das Interesse ist groß, denn der Bukarester ist Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen" - und sie muß es ja wissen. Tolles Konzept, wie ich finde, auch für jede andere europäische Großstadt geeignet!


P.S.: Völlig zu Recht weist mein Freund und Kollege Adrian M. darauf hin, daß ich das Restaurant Jaristea vergessen habe. Das Jaristea erweckt die rumänische Kultur in Bukarest zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu neuem Leben. Davon werde ich mich bei meiner nächsten Reise nach Bukarest persönlich überzeugen, denn ich war - wie Adrian weiß - in geheimer Mission unterwegs und konnte daher dieses Mal nicht dabei sein.

6 comments:

Anonymous said...

Ich finde es toll, daß ich immer wieder etwas neues über Bukarest erfahren kann, wie die von dir beschriebene "Galaria 115" - und das obwohl ich hier lebe. Allerdings hast du das Restaurant "Jaristea" letzten Sonntag verpasst das, meiner Meinung nach, einen Eintrag in deinem Blog verdient hätte. Aber vielleicht nach deiner nächsten Rumänien Reise..

Adrian

Edgar Hauster said...

Hallo Adrian,

voila! Du hast ja völlig Recht, nur fehlten mir die Fotos. Beim nächsten Mal machen wir welche mit unseren (!?) Sony Ericsson K850i, oder?

Viele liebe Grüße nach Bukarest!

Klaus Binder said...

Hi!
Interessant ist nicht nur die Galerie und die Hausnummer, auch die Mihail Eminescu-Strasse. Von da aus gehts direkt nach Czernowitz:

Mihail Eminescu (...) besuchte die deutschsprachige Hauptschule und später das deutsche Obergymnasium in dem zur k. und k. Monarchie gehörenden Czernowitz, der Hauptstadt der Bukowina.


kb aus KB

klaus Binder said...

Der Kanaldeckel sieht auch lecker aus. Ich glaube, sowas sollte man nicht sammeln, es sei denn, man hat immer genug Ersatz-Holz dabei...
Übrigens kommen die Dinger aus China? Norinco baut auch Panzer... hatte ich zufällig gestern was drüber gelesen.

KB aus kb

Edgar Hauster said...

Respekt, Klaus, für deine Liebe zum Detail! Dafür müßte man eigentlich nachträglich ein Preisrätsel veröffentlichen. Die Verbindung von Mihai Eminescu zu Czernowitz hatte ich auch gesehen, und überlegt, ob er vielleicht mit einem meiner Ahnen die Schulbank gedrückt haben könnte.

Das Walzzeichen auf den Kanaldeckeln habe ich tatsächlich übersehen; so fern bin ich schon vom Stahlgeschäft. Der Importeur stammt aber - wenn ich es richtig verstanden habe - aus Italien. Vielleicht kann uns Adrian aufklären, er ist ein junger Mann und voll im Geschäft.

EH aus MH

Anonymous said...

Ja klar Prisrätsel.bin ich dabei.
Wann? welcher preis? Kanaldeckel?
Kenn ich mich aus.Gulli. lechtz?

Gruß Ute