25 May 2008

Code Orange (1.114 km)


(Sucevita, 25.05.08)
Von Wien fahre ich, mit einem Tag Verspätung wegen der heftigen Regenfälle, erst am 21.05.08 weiter. Eine sinnvolle Entscheidung, oder? Schließlich geht es doch nach Osten, der Sonne entgegen. Das Problem ist nur, dass am 21.05.08 in Rumänien der Code Orange, die zweithöchste Alarmstufe, ausgerufen wurde. Orkanartige Unwetter bedrohen das gesamte Land und viele Menschen verlieren binnen weniger Minuten ihre Existenzgrundlage. Bei Bistritz, einer Stadt entlang meiner Route, entgleist ein Schnellzug mit 200 Fahrgästen.

Bei zum Teil strömendem Regen geht es über Satu Mare und Borsa nach Sucevita. Die Strecke ist abenteuerlich, aber interessant.


Überall trifft man auf Pferdefuhrwerke und deren Führer mahnen mich zur Vorsicht.


In Valea lui Mihai, unmittelbar nach der ungarisch-rumänischen Grenze, gibt es erste Zeugnisse einer untergegangenen jüdischen Kultur.


Im Kreis Maramures sieht man viele farbenfroh und traditionell gekleidete Bewohner.


Weiter geht es immer entlang der Grenze zur Ukraine. Hier überquert man, als wären zwei Schienen für Motorradfahrer nicht genug, Bahnübergänge mit zwei verschiedenen Spurweiten, der europäischen Normalspur und der asiatischen Breitspur.


Am 23.05.08 endlich in Sucevita angekommen, scheint - als wäre nichts geschehen - die Sonne und das alte Bauernhaus, mein Domizil für die kommenden Wochen, steht friedlich da. Das Haus gehört Ioan Onufrei, dem Bürgermeister von Sucevita, der es von seinem Großvater geerbt hat. Im Vorjahr wurde es zerlegt, von dem Nachbarort Marginea nach Sucevita transportiert und hier wie ein LEGO-Bausatz wiederaufgebaut.


Ich hoffe, dass der Bürgermeister auch noch in einer Woche mein Gastgeber bleibt, denn er muss sich am kommenden Sonntag als Kandidat der (gewendeten) sozialdemokratischen PSD der Kommunalwahl stellen.


Der Straßenverkehr in Rumänien hält einen in Atem. Gestern explodierte unmittelbar neben uns der Reifen eines LKW und schleuderte dabei in Kopfhöhe einen Stein in die hintere Seitenscheibe unseres Autos.


Das Wetter bleibt ebenfalls spannend. Während ich diese Zeilen schreibe, regnet es zur Abwechslung mal wieder und so schließt dieser Post so wie er angefangen hat - mit Regen.


P.S.: Sorry an alle, die unter meinem Namen Junk-Mails einer chinesischen Firma WSLQY erhalten haben. Ich weiß nicht, wie die das geschafft haben, aber offenbar geben sich diese Leute nicht mehr nur mit Produktpiraterie zufrieden; meine Mail-Kontakte wurden leider ebenfalls gekapert!

4 comments:

Anonymous said...

Gut, dass mir noch eingefallen ist, wo ich Sie finde - in Ihrem Blog - wenn ich schon nichts mehr von Ihnen höre! Es wäre schön, wenn ich einmal lesen könnte, dass Sie keinen Survival-Trip sondern eine ordinäre Reise ohne erwähnenswerte Zwischenfälle machen würden. Weiter so, freue mich schon auf Ihre Kommentare zu meiner zweiten Heimat Wien. Schön aufpassen! AOF

Anonymous said...

Mist, man sollte von Anfang an lesen, Sie waren ja schon in Wien! AOF

Edgar Hauster said...

Kein Problem, auf der Rückreise komme ich nochmal mach Wien, vielleicht eine Gelegenheit für einen neuen Post.

Eine Frage habe ich aber dennoch:

Wer bist du?

Edgar Hauster said...

Mist, man sollte erst denken bevor man schreibt, nicht wahr Ossi? Ich gelobe Besserung und tätige Reue. Übrigens hat sich Ihr Ex hier (d. h. an der Grenze zur Ukraine bzw. Moldawien) angekündigt; ich werde persönlich berichten.

Alles Liebe & bis bald AOF, meine Ossi!